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Mittwoch, 9. September 2015

Fahrradwerkstatt und starke Frauen...

... oder ein neuer Fall für "Selfwoman". Habt ihr schon einmal den Reifen eines uralten Kinderrades gewechselt? Also das war mein erster und es war echt schwer, den steinharten Mantel von der Felge zu bekommen. Zu meiner Freude haben die Kinder die Räder vom Fahrrad abmontiert, nachdem ich die festgerosteten Schrauben mit allen erlaubten und unerlaubten Hilfsmitteln, wie Rohr- und Flachzange, gelockert hatte. Mein Plan war, den Kindern zu zeigen, wie man Reifen wechselt, Ventile einrichtet, Lenker und Sitz verstellt, Bremsen nachzieht, Schaltung korrigiert, Kette schmiert und Kotflügel repariert, damit sie diese Arbeiten später einmal selbst durchführen können. Und es funktionierte! Ich benötigte zwar zwei Tage (weil ich nach dem ersten Reifenwechsel nicht mehr genügend Kraft in den Händen hatte), aber nun sind alle Räder generalüberholt. Witzig ist, dass sich bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt mein(!) Fahrradständer lockerte, sodass wir erst weiterfahren konnten, nachdem ich ihn mittels Fahrradschloss provisorisch am Rahmen befestigt hatte.
Insgesamt machte uns die Arbeit, wenn auch nicht so einfach wie gedacht, großen Spaß und wir konnten alle daraus lernen (fürs Leben).

Schlauch und Mantel getauscht.

Kleine Helfer, große Hilfe.

Um meine kürzlich begonnene Serie, "Starke Frauen" (Gedankenseite), fortzusetzten und um mich nicht, wegen ein paar neuer Reifen, als Heldin darzustellen, stelle ich nun eine richtig starke Frau und liebe Freundin vor, die sich in der internationalen Parkour und Freerunning Szene bereits einen Namen gemacht hat. Das Besondere, sie unterrichtet nicht nur Sport, sondern ihr könnt euch gerne an sie wenden, um Kindern eine Schnupperstunde oder eine Ausbildung angedeihen zu lassen. Dazu bitte einfach über Facebook oder mittels Kommentar bei Youtube direkt mit Christanja Kontakt aufnehmen.




Zum letzten Video, von dem ich anfangs dachte, es zeige ihre aktuelle Leistung, meinte Christanja, da habe sie gerade erst mit Trainieren begonnen(!). Aber seht einfach selbst, wie rund und gleichförmig sie, im Vergleich zu anderen Größen dieser Sportart (Video 2), ihre Bewegungsabläufe gestaltet.
Schön, dass sie mit viel Freude und Engagement ihr Wissen und Können an Kinder weitergibt!

Freitag, 28. August 2015

Tempelhüpfen mathematisch

... oder aus der Not eine Tugend machen. Meine Tochter soll in der ersten Klasse Zahlen richtig schreiben können, also darf sie Zahlen mit bunter Kreide auf die Fliesen schreiben. Mit bunten Puzzleteilen, anstelle von Steinen, spielen wir "Tempelhüpfen" ein bisschen anders als gewöhnlich. Wir werfen 2 Puzzlesteine, springen auf jede Zahl und addieren. Als ich meiner Tochter zeige, wie einfach Rechnen mit den Fingern ist, nimmt sie sofort auch ihre Zehen zuhilfe.
Mein Sohn, Schulstufe 3, wirft, springt und multipliziert, während Schulstufe 6 und 7 eifrig kontrollieren und dem jüngsten helfen.




Und auch er kann schon die verwischten Zahlen neu schreiben und übt, ohne es zu merken. Seine "Ich kann nicht"-Phase neigt sich durch tägliche Erfolgserlebnisse im Alltag dem Ende, heute fuhr er zum ersten Mal ohne Stützräder Rad, aber nicht im Garten, nein, er bewältigte problemlos bis euphorisch den Weg zum Spielplatz und zurück! Manchmal denke ich, dass es vielleicht anderen Müttern ähnlich geht und dass das jüngste Kind der Familie ewig das Baby bleibt, aber gerade im häuslichen Unterricht sind Selbständigkeit und Selbstvertrauen wichtig und deshalb bin ich froh, das aus "ich kann nicht" so schnell "schau, was ich kann" geworden ist.

Zum letzen Beitrag passend, trug sich heute ein witziges Ereignis zu. Die Kinder gruben im Garten ein Loch, sie meinten, einen Schatz zu finden, weil sie auf ein paar Bretter gestoßen waren. Plötzlich rief meine Tochter, sie hätte ihren Schatz schon gefunden, ein Je. Ich dachte still darüber nach, was denn ein Je sein könnte und fragte sogar nach, weil ich dachte, sie falsch zu verstehen.
Sie fand ein ca. 2 cm großes Plastikteil in der Form des Buchstaben "J" und freute sich total... über einen Buchstaben! So oft überrascht mich die Tatsache, dass die Kinder Schule ohne Mühe in ihren Alltag integrieren und sie mich förmlich mit der Nase darauf stoßen müssen, während ich den Fund betrachte und (geprägt von negativen Schulerfahrungen) an "Regenschirm" denke. Und ich meine damit (wieder einmal), dass die Freude am Lernen das oberste Ziel im Lehrplan sein sollte, als Spontanheilung für unser krankes Aus-Bildungssystem...

Dazu ein paar Denkanstöße von Roland Düringer (Mundart, aber ab min. 6 sehr sehenswert).

Samstag, 4. Oktober 2014

Das wohl außergewöhnlichste Spielzeug...

dieses Sommers war eindeutig ein Müllsack! Ein"das will ich unbedingt haben" vom Jüngsten entpuppte sich als das Lieblingsspielzeug aller Kinder für einen ganzen Tag. Nach langem Hin und Her, ich finde Müllsäcke bedenklich, wegen der Erstickungsgefahr, zum Sackhüpfen sind die zu rutschig, sie stinken nach Kunststoff, ... gab ich nach und beschloss, zu beobachten. Mein Sohn wollte den Sack gar nicht als Sack, er lief schnurstracks zum großen Bruder, der ihn aufblasen musste! Abgesehen davon, dass ich das beruhigend fand, fanden alle großen Gefallen am riesigen Flugobjekt. (Anmerkung: Wir haben große, kleine, harte, weiche, leuchtende, verformende, Jonglier-, Klingel-, Stoff-, Gummi-, Leder-, Sitz-, Hüpf-....Bälle)

Erwischt!
Bitte aufblasen...

Super zum Fangen!
Der Sack macht alles mit.
Achtung, Brise!

Trotz meiner anfänglichen Skepsis, fand ich den Sack dann selbst auch wirklich gut und vorallem sehr belastbar!
Ein blaues Exemplar wurde an einem anderen Tag kurzerhand in ein kleines Pool verwandelt und trotz herbstlicher Temperaturen sogar kurz als solches benutzt(!). Es folgten eine kleine Überflutung und langes Gelächter.


Flutwelle!
Das war wieder eine witzige Idee der Kinder, die sich trotz meiner anfänglichen Bedenken zu einem großen Spaß entwickelte. Außerdem lernten die Kinder das Flugverhalten des Sackes und die Kraft des Windes kennen. Auch der Wassersack entwickelte sich zu einem kleinen Experimente-Pool, mit dessen Hilfe die "Wissenschaftler" ebenfalls viel Neues erfahren konnten! Anschließend wurde er übrigens nicht entsorgt, sondern mit einem Schlauch an der Öffnung verstärkt und als Windsack montiert.
Wer denkt, man könne von einem Müllsack nichts lernen, der irrt! Abgesehen von den physikalischen Besonderheiten kamen wir sogar auf die immunsystemstärkende Wirkung der Kneipp´schen Wasserbehandlungen zu sprechen.
Auch für die Schule wären Windsack-Experimente und kleinere Überflutungsszenarien denkbar, falls jemand mal lieber zum Müllsack, als zum Rotstift greifen will!