Sonntag, 7. September 2014

Sprechen

Heute zeige ich einige Ideen zum Sprechenüben, die sich bei uns sehr bewährt haben, aber auch in der Schule durchführbar sind.
Bevor die Kinder schulpflichtig wurden, fiel mir eine Mappe mit logopädischen Spielen in die Hände. Die schwarz-weiß Kopien haben wir bunt bemalt, die Spiele sind, denke ich, bekannt. (Z.B.: Immer wieder "Der Fuchs hat... gefressen" sagen zu einem Spielplan mit Fuchs, der alles mögliche (Brille, Auto...) im Bauch hat, sehr lustig)

Der folgende, kleingeschriebene Teil ist ein persönlicher, nicht relevanter aber witziger Einschub.

Mit Logopädie machte ich eine besondere Erfahrung. Als Kind wurde ich (im Kindergarten) zur Logopädin geschickt. Für mich war das schrecklich, ich hatte riesige Angst, etwas falsch zu machen. Die Frau war sehr bestimmend, ich brauchte nur zwei oder drei Mal hinzugehen, weil ich mich wirklich sehr bemühte, nichts mehr falsch zu machen. Manche sagen sicher, wow, die Logopädin ist super, ich sage, es war der Horror!
Unangenehmer Weise musste man, wenn man in Österreich Lehrerin werden wollte (keine Ahnung, wie das heute ist), zu einer Logopädin. Ich wurde quasi überrumpelt, keiner sagte etwas davon und plötzlich stand ich auch schon mit einigen anderen Wartenden vor ihrer Tür . Plötzlich stürzte eine angehende Studentin weinend (!) aus dem Zimmer, schluchzte (völlig frei von Sprachfehlern), sie dürfte erst mit dem Studium beginnen, wenn sie Sprachunterricht nimmt! Mein Herz raste und als die Logopädin als nächste mich hinein rief, wäre ich beinahe kollapiert, als ich sah, dass sie "meine" Logopädin, ja die vom Kindergarten, war! UND sie erkannte mich auch gleich wieder! Vorerst schwieg ich, aber als sie mich dann in die Mangel nehmen wollte, platzte alles aus mir heraus. Ich sagte ihr, dass sie mein größter Albtraum war und ich zeigte ihr meine zitternden Hände. Sie meinte, sie hätte mich damals nicht mehr zu sich bestellt, weil ich das einzige Kind war, das trotz ihrer tollen Geschenke immer nur geweint hatte.
Das hieß, sie hatte mich aus Mitleid befreit! Bis dahin hätte ich das nie vermutet.
Zum Glück diagnostizierte sie bei dieser emotionalen Unterhaltung keinen Sprachfehler und
schickte mich ohne jegliche Überprüfungen aus ihrem Zimme. Ich denke, sie hatte für diesen Tag genug gehört.


Spiele, die wir gerne verwenden, sind die beiden abgebildeten, "Schloss Silbenstein" und "Die freche Sprechhexe". Aus eigener Feder stammt "Talky-Talky", die Karten auf den letzten Fotos sind aus meinem Fundus, die platzsparende Art der Aufbewahrung war ein Versuch, der gut angenommen wurde.


Halloween-Spielidee!











Reimwörter


Ähnlich klingende Wörter.
Kontrolle und Einrühren in den Hexenkessel.

Wie Quartett, nur mit Lauten oder Kombinationen, die den Kindern schwer fallen
Kleinere Kinder nennen Symbole, noch kleinere die Farbe.


Praktische Aufbewahrung für viele



Karten

Wenn die kürzlich verlorene "Talky-Talky"-Karte nicht mehr auftauchen sollte, erstelle ich eine PC-Version. Kann jemand das Spiel oder anderes Material zum Sprechen brauchen, so teile ich es gerne.

Nacht(f)rag:

Zu den verschiedensten Kinderbüchern könnte ich pdfs (ABs oder Karten?) mit den Ideen und Fragen für die Hand der Schüler gestalten. Was sagt ihr dazu? Falls jemand Interesse daran hat, einfach kurz Bescheid geben!

Kommentare:

  1. Also ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass wir bei der Eignungsprüfung für die Pädak (heute ja PH) damals bei einer Logopädin waren. Aber vielleicht habe ich es auch verdrängt oder es wurde bei mir von der Angst vor der musikalischen Eignung überschattet. ;-)
    Mit meiner Tochter muss ich sagen, habe ich sehr positive Erfahrungen mit einer Logopädin gemacht. Die kleine Madame wollte auf keinen Fall hingehen und mit viel Überredungskunst kam sie dann doch mit. Die Dame war dann so freundlich und durchschaute auch gleich die Vorlieben meiner Tochter, dass diese gar nicht mehr gehen wollte und zu hause immer wieder die Spiel- bzw. Übungsideen einforderte, bis sie innerhalb kürzester Zeit den Sch-Laut erarbeitet hatte. Jetzt warten wir auf einen Platz, mal sehen ob dann noch nötig ist, aber das R macht ihr teilweise noch Probleme.
    Danke auch für die Spiel- und Materialideen. Teilweise haben sie sich auch schon bei mir bewährt, teilweise waren sie mir neu. Die Lautgebärden finde viele Kinder sehr hilfreich bei uns.
    Über das Talky-Talky oder AB und Karten zu den Büchern würde ich mich sehr freuen.
    lg
    Anja

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    1. :D!
      Toll, dass deine kleine Madame von logopädischen Spielen genauso begeistert ist, wie ich ;).
      Die Karten und das Spiel (vielleicht habe ich auch eine rrrr-Idee) stehen somit auf meiner Liste, mal sehen, wann ich dazu komme.
      Liebe Grüße und schönen Restsonntag noch, Karin

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  2. Liebe Karin,

    wir nutzen bei uns die Antolin-Plattform.
    Die Kinder lesen ein Buch und geben den Titel anschließend bei www.antolin.de ein. Die Schule hat eine Lizenz gekauft, früher war das Ganze sogar mal kostenlos.

    Jede Klasse ist angelegt und jedes Kind hat einen eigenen Code, der aus dem eigenen Vornamen und einer Kombination aus Zahlen und Buchstaben besteht und einem Passwort. Die Kids haben den Code im Hausaufgabenhaft oder auf der Antolinliste stehen, damit er in der Schule zum Bearbeiten immer griffbereit ist. Wenn sich das Kind eingelockt hat, dann kann es den Buchtitel eingeben und Quizfragen zum Buch erscheinen. Nach dem Lösen des Quiz erscheint eine "Torte"-ein Kreissegment.

    Ist es grün, hat das Kind fehlerfrei alle Fragen beantwortet und kann toll lesen. Ist es rot, so war die Sinnentnahme noch nicht ganz okay. Die Rotstufen variieren von einem schmalen "Tortenstück" bis zu einem ganz großen Anteil. Mit diesen Kinder lese ich dann mal ein Buch gemeinsam, um zu sehen, woran es "happert".

    Manche Kollegen geben den Code auch mit nach Hause, aber nicht alle Kinder haben einen PC oder die Eltern erlauben dessen Benutzung nicht. 1x in der Woche bietet die Schule eine Antolinstunde zum Schmökern oder quizzen an.

    Vielleicht deckt sich das Programm mit deiner Idee und kannst dir einen Haufen Arbeit ersparen?

    Lg
    Andrea

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    1. Liebe Andrea, ich kenne das Programm und ganz viel andere tolle Programme, Spiele...
      Meinen Kindern (und mir) ist aufgefallen, dass sie sich viel weniger merken, wenn sie mit dem PC arbeiten. Deshalb benutzen sie ihn auch nur selten und nicht unbedingt gerne. Wenn ich ihnen etwas zeigen oder erklären will kommt vorwurfsvoll:"Kannst du das nicht ausdrucken, Mama?"... OK, wir drucken das x-te Wikipedia-pdf und stecken es in die tausendste Mappe ;)
      Für die Schule und PC-hungrige Kids ist das aber wirklich eine gute Idee und für "lesefaule" Gruppen garantiert ein Ansporn.
      Liebe Grüße, Karin

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    2. Liebe Karin,
      in zehn Jahren Antolin habe ich ganz unterschiedliche Erfahrungen, die die Kids im Umgang mit dem Computer gemacht haben, sammeln können. Ich denke aber, die Zuwendung, die die Kinder während dieser Zeit im PC-Raum von mir bekommen, ist für einge der eigentliche Ansporn wiederkommen zu wollen :)
      Lg
      Andrea

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    3. Das klingt gut! Schönen Abend noch, Karin

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  3. Danke für deine tollen Ideen.
    Als Kindergärtnerin in Ausbildung musste ich auch zur Logopädin.
    Ich habe aber nur gute Erfahrungen mit liebenswerten engagierten Logopäden :-)

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    1. Die Logopädin trifft keine Schuld, die ist einfach ein resoluter Typ und ich, als "Sensibelchen" habe den Kindergarten und die Logopädin als eine unberechtigte, freizeitfressende Bestrafung empfunden. (Davor war ich rund um die Uhr mit meiner Oma zusammen, wir kochten, bastelten Nussschiffe und gingen spazieren, ich lernte Kurrentschrift,...) Die Freiheitsberaubung kosteten meine Umgebung viel Nerven und mich beinahe 3 Jahre lang täglich Tränen...
      Freut mich, dass du manches brauchen kannst! Liebe Grüße.

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Danke für dein Interesse, ich freue mich auf deinen Beitrag!